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GAH  

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29.08.2009
Mitarbeit Senioren Soziales Schulen Kultur und Sport Jugend Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr


Die obere Leiste führt Sie zu den einzelnen Sachbereichen (Ausschüssen des Rates) - links die Leiste zu  organisatorischen Bereichen

Überzeugende Politik: Kinder und Jugend

- regelmäßige Sucht- und Gewaltprävention in allen Stadtteilen
- Ausbau der Jugend-Gruppenleiter-Schulungen
-  Verbesserung der Jugendsozialarbeit durch Streetwork und aufsuchende Arbeit besonders für Schulabgänger
- Aufenthaltsmöglichkeiten für Jugendliche, Verbesserung der Situation besonders in den Stadtteilen
- mehr Hilfe für freie Träger der Jugendhilfe, bessere Inanspruchnahme vorhandener Fördermittel
- bedarfsgerechte Ausstattung der Stadt mit Kindertagesstätten-Plätzen und Verbesserung der Ganztagsbetreuung durch die Schulen
- Stärkung der Mitarbeit des Stadtelternrates im Jugendhilfe-Ausschuss der Stadt

 

„Niemand träumt, was ihn nicht angeht.“                Hermann Hesse

 

Kinder und Jugendliche sind unsere Zukunft! Das ist nicht nur ein frommer Wunsch und Spruch sondern die Wirklichkeit, erst recht für eine kleine Stadt wie Hemer in einer Region mit sinkender Einwohnerzahl in direkter Nachbarschaft zum Ballungsraum Ruhrgebiet.

Unsere Ziele und Forderungen in der Kinder- und Jugendpolitik sind deshalb keine unkonkreten, versponnenen Träume sondern kleine (und große) Schritte zu einer lebenswerten Stadt. Wer sich als Kind und Jugendlicher in seiner Umgebung wohlfühlt, der kann sich eher vorstellen, dort auch als Erwachsener zu leben.

 

Ob Stadtplanung, Bildungpolitik, Wirtschaft,- Finanz,- oder Verbraucherpolitik - alle politischen Entscheidungen müssen sich daran messen lassen, ob sie im Sinne unserer Kinder und Jugendlichen getroffen werden, ob sie den Lebensbedingungen der Familien in unserer Stadt dienen.

 

Lassen sich Familie und Beruf vereinbaren?

Gibt es gute und verlässliche Betreuungseinrichtungen für Kinder aller Altersgruppen?

Ist die Stadt so gebaut, dass man Kinder draußen spielen lassen kann?

Finden Jugendliche feste Ansprechpartner in ihrem Stadtteil und haben sie die Möglichkeit, sich zu treffen auf anregenden Flächen?

 

Antworten auf diese Fragen sagen aus, ob unserer Stadt lebenswert für ihre Familien ist.

  

Ein bedarfsgerechtes und hochwertiges Kinderbetreuungsangebot ist ein Gewinn für Kinder und deren Familien sowie für unsere Gesellschaft insgesamt. Die ersten, frühkindlichen Jahre sind für den weiteren Lebensweg der Kinder ganz entscheidend. In dieser Zeit bilden sie die Grundlagen für ihre sprachliche, soziale und emotionale Kompetenz heraus. Gute und individuelle frühkindliche Förderung unterstützt gerade diese Prozesse und verhilft Kindern somit zu gerechten Startchancen.

Eltern können oft nur mit einer hochwertigen und verlässlichen Betreuungsinfrastruktur Familien- und Berufsleben vernünftig vereinbaren. Immer mehr junge Leute möchten und müssen beides verwirklichen: Eine Familiengründung sowie eine berufliche Entwicklung. Besonders Mütter müssen jedoch oft ihren Berufswunsch wegen eines fehlenden oder unzureichenden Kinderbetreuungsangebots zurückstellen. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist nicht zuletzt ein zentraler Schlüssel zur Bekämpfung von Kinderarmut. 

Die zurückgehenden Zahlen bei den Kindergartenkindern bieten die Möglichkeit schrittweise die Kleinkinderbetreuung auszubauen und ein bedarfsgerechtes Angebot zu schaffen, das einen positiven ‚weichen’ Standortfaktor für junge Familien bedeutet.

Dies gilt gleichfalls für eine Verbesserung der Integration von behinderten Kindern in die Regeleinrichtungen anstelle deren Versorgung in Spezialeinrichtungen weitab des Wohnumfeldes.

 

Jungen Menschen durch Bildung eine Perspektive geben, heißt für uns Grüne: Kinder müssen früh gefördert werden. Nicht jedem Kind wird zu Hause vorgelesen, nicht jedes wird in seiner Entwicklung optimal gefördert. Daher ist es neben dem Ausbau der Kinderbetreuungsplätze von größter Bedeutung, die Qualität der frühkindlichen Förderung zu steigern.

Die GAH fordert Exzellenz auch in der Kita. Das bedeutet, Erzieherinnen und Erzieher noch besser auszubilden, damit sie Kinder individuell nach ihren Potenzialen und Fähigkeiten fördern können. Dazu gehört auch, die Erzieherausbildung mittelfristig auf Hochschulniveau anzuheben. Die Sprache ist der Schlüssel, um die Welt zu verstehen, deshalb brauchen Kinder mit Sprachproblemen frühzeitige Unterstützung.

Die Kompetenz der Eltern ist bei allen Bemühungen in diesem Bereich mit einzubeziehen, z.B. durch die Stärkung der Mitarbeit des Stadtelternrates im Jugendhilfeausschuss!

 

Kinder brauchen viel Spiel und Bewegung, damit sie sich gesund entwickeln. Wir wollen, dass sich unsere Kinder frei bewegen können in ihrem Viertel, auf sicheren Wegen und Plätzen, in einer anregungsreichen Umgebung. Darüber hinaus muss es speziell ausgewiesene Plätze geben zum Treffen, Spielen, Toben.

 

Auch für ältere Kinder und Jugendliche fehlen solche Flächen bzw.  ist deren Benutz-ung nicht konfliktfrei, z.B. durch Beschwerden der Nachbarn. (Erst kürzlich wurde höchstrichterlich festgestellt, dass es sich bei Spiellärm von Kindern nicht um eine Lärmbelästigung handelt).

Hier ist das Engagement der Stadt gefragt, in dem auf den Flächen (wie z.B. Schulplätzen) gelegentliche Betreuungsangebote und Spielanregungen stattfinden  und Aufenthaltsmöglichkeiten geschaffen werden, besonders in den Stadtteilen.

Nach der Landesgartenschau müssen die Spielangebote im Gelände weiter gepflegt und gewartet werden und für Hemeraner Kinder und Jugendliche mit geringen Kosten oder kostenfrei benutzbar sein.

Regelmäßig müssen alle öffentlichen Spielplätze auf eventuelle Gefahren und Mängel hin überprüft werden.

  

Die aktuelle Debatte um Jugendgewalt, Komasaufen, Mobbing in den Schulen bis hin zu Amokläufen zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, früh zu handeln, um jungen Menschen Sicherheit zu geben. Es hilft nicht, die Schulen zu Hochsicherheitstrakten zu machen, wir müssen die Ursachen für Jugendgewalt beseitigen. Soziale Schwierigkeiten und Perspektivlosigkeit sind die Hauptgründe für Jugendgewalt, hier muss angesetzt werden. Gewaltprävention heißt also insbesondere, jungen Menschen früh eine Chance zu geben – eine Chance auf Bildung und Teilhabe.

Dabei ist Bildung nicht nur Schulpolitik, sondern auch und besonders Kinder- und Jugendpolitik:

In Deutschland hängt Bildung immer noch viel zu stark von der sozialen und ethnischen Herkunft ab. Diesen Zusammenhang müssen wir aufbrechen. Die Zahl der Bücher im Regal der Eltern darf nicht länger den Bildungserfolg bestimmen.

Jedes Kind muss mitgenommen, individuell gefördert und zu einem Abschluss geführt werden. Ein Schulsystem, das Kinder mit zehn Jahren auf „niedrige“ und „höhere“ Schulformen aufteilt und etwa 10 Prozent der Jugendlichen ohne Abschluss entlässt, fördert Minderwertigkeitsgefühle, Frust und somit letztlich auch Gewalt. Wir wollen die Beschämung durch Auslese und das frühe Verteilen von Lebenschancen nicht mehr hinnehmen. Kinder sollen länger gemeinsam und voneinander lernen. Eine neue Lernkultur, die auf jedes Kind besonders eingeht, stärkt sowohl die Leistungsstarken als auch die Schwächsten. Dazu gehört auch, Kinder mit Handicaps nicht länger auf Förderschulen abzuschieben.

 

Der gesamte Prozess muss begleitet werden durch eine Verbesserung der Jugendsozialarbeit, Streetwork und aufsuchende Arbeit, besonders für Schulabgänger!

Besonders in den Stadtteilen muss regelmäßige Sucht- und Gewaltprävention stattfinden.

Warum sollen an Schulen eigentlich nur Lehrerinnen und Lehrer mit Kindern arbeiten? Und warum kann die Schule nicht selbst entscheiden, ob sie eine Psychologin, einen Tischlermeister, einen Sozialpädagogen oder eine Theaterregisseurin braucht?

Gute Bildungsangebote sinnvoll über den Tag verteilt können Bildungsdefizite abbauen und den starken Zusammenhang von sozialer Herkunft und Schulerfolg durchbrechen. Insbesondere Kinder mit Migrationshintergrund, leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler, aber auch besonders Begabte profitieren davon.

Die Schaffung einer (noch Halbtags-) Gesamtschule sehen wir als unseren Erfolg, im Bündnis mit vielen Mitstreitern; die schrittweise Einführung des Ganztagesunterrichtes im Woeste-Gymnasium begrüßen und unterstützen wir! Beides sind Schritte in die richtige Richtung, hin zu einer gleichberechtigten,  fördernden Ganztagsbetreuung durch die Schulen.

Schwächen im Bildungssystem werden häufig sichtbar, wenn es um die Kooperation verschiedener Akteure geht. Mangelnde Zusammenarbeit kann Chancen vereiteln oder dazu führen, dass Probleme nicht früh genug erkannt werden.

In dreifacher Hinsicht muss daher die Kooperation gestärkt werden: Erstens müssen Bildungseinrichtungen untereinander besser zusammenarbeiten, insbesondere beim Übergang von der Kita in die Grundschule oder bei Schulwechseln. Zweitens sind enge Netzwerke von Schule, Jugendamt, Sozialbehörden, Polizei und Justiz nötig, um bei Problemfällen adäquat und zeitnah handeln zu können. Verschiebebahnhöfe darf es hier nicht geben. Drittens sind Kitas und Schulen aufgerufen, sich in ihren Stadtteil hinein zu öffnen und Jugendarbeit, Vereine, Musik- und Kunstschulen, weitere Bildungsträger, Senioren, Handwerk usw. einzubeziehen. Beide Seiten müssen hier aufeinander zugehen und die Ganztagsschule als Chance für ein engeres Zusammenwirken zum Wohle der Kinder und Jugendlichen begreifen. Die vielen kleinen positiven Entwicklungen müssen konsequent unterstützt werden.

Das bedeutet natürlich auch, dass es mehr Hilfe für freie Träger der Jugendhilfe (wie Kirchen, Verbände etc.) geben muss und die vorhandenen Fördermittel besser in Anspruch genommen werden.